Der GlüStV 2021 und seine Folgen für Online-Tischspiele in den Bundesländern
Drew Carter · May 19, 2026

Der GlüStV 2021 und seine Folgen für Online-Tischspiele in den Bundesländern

Der 2021 in Kraft getretene Glücksspielstaatsvertrag regelt die Lizenzvergabe für Online-Glücksspiele durch die einzelnen Bundesländer und überträgt damit die Entscheidungsbefugnis über Angebote wie Blackjack und Roulette an die jeweiligen Landesbehörden. Diese Struktur hat dazu geführt, dass die meisten zugelassenen Plattformen ausschließlich als Online-Spielotheken operieren und Tischspiele mit Live-Dealern nicht anbieten dürfen.
Lizenzierung und begrenzte Angebote in den Ländern
Einzelne Bundesländer entscheiden eigenständig über die Erteilung von Lizenzen für Online-Tischspiele, wodurch ein uneinheitliches Bild entsteht und viele Anbieter auf die Genehmigung für Automatenspiele beschränkt bleiben. Beobachter verzeichnen, dass diese Aufteilung die Verfügbarkeit regulierter Live-Blackjack- und Roulette-Formate stark einschränkt, während Spieler zunehmend auf nicht lizenzierte Plattformen ausweichen, die diese Varianten ohne Einschränkungen bereitstellen.
Schutzmaßnahmen und technische Kontrollen
Strenge Vorgaben wie Einzahlungsobergrenzen über das LUGAS-System, Sperrlisten in OASIS sowie Limits für automatische Drehungen gelten flächendeckend für lizenzierte Anbieter und sollen den Spielerschutz gewährleisten. Die Gemeinsame Glücksspielbehörde der Länder (GGL) überwacht die Einhaltung dieser Regeln und führt laufende Kontrollen durch, um illegale Angebote einzudämmen und die Kanalisierung in legale Märkte zu fördern.
Abwanderung zu unregulierten Plattformen
Viele Nutzer wandern zu schwarzen Marktplätzen ab, die Live-Tischspiele ohne die genannten Beschränkungen anbieten und damit eine höhere Flexibilität versprechen. Daten zeigen, dass die Kanalisierungsrate mittlerweile bei etwa 36 Prozent liegt, was auf die begrenzte Auswahl regulierter Angebote zurückzuführen ist und die Effektivität der bestehenden Regulierung in Frage stellt.

Die GGL setzt ihre Durchsetzungsmaßnahmen fort und arbeitet an der Schließung illegaler Seiten, während gleichzeitig Vorbereitungen für mögliche Anpassungen im Mai 2026 laufen, die einige Bundesländer in Betracht ziehen. Experten berichten von fortlaufenden Gesprächen zwischen den Ländern, um die Lizenzbedingungen für Tischspiele zu vereinheitlichen und die Attraktivität legaler Plattformen zu steigern.
Aktuelle Entwicklungen und Überwachung
Statistiken der Aufsichtsbehörde belegen anhaltende Bemühungen, die Einhaltung von Einzahlungslimits und Sperrmechanismen sicherzustellen, wobei technische Systeme wie LUGAS eine zentrale Rolle spielen. Behördenmitarbeiter dokumentieren regelmäßig Fälle, in denen unregulierte Anbieter identifiziert und Nutzer auf legale Alternativen hingewiesen werden, um das Risiko ungeschützten Spielens zu minimieren.
Zusammenfassung
Der GlüStV 2021 schafft durch die dezentrale Lizenzvergabe eine Situation, in der regulierte Angebote für Tischspiele rar bleiben und die Abwanderung zu nicht lizenzierten Seiten begünstigen. Schutzvorkehrungen über LUGAS, OASIS und Spin-Limits bleiben in Kraft, während die GGL ihre Kontrollen intensiviert und auf eine verbesserte Kanalisierungsquote hinarbeitet. Entwicklungen bis Mai 2026 könnten weitere Anpassungen bringen, die die aktuelle Lage beeinflussen.